Alles Dinkel

     

 
Alles Dinkel
 
Gesunde Nahrungsmittel waren mir persönlich immer sehr wichtig, darum bin ich Biobäuerin geworden. Eine meiner ersten Handlungen war der Anbau von biologischem Dinkel. Das Saatgut habe ich mir vor 15 Jahren direkt vom Edelhof geholt. Seitdem baue ich diesen hochwertigen Hartdinkel kontinuierlich an.
In liebevoller Kleinarbeit habe ich alle meine Rezepte auf Dinkel umgestellt.
So werden meine Mehlspeisen großteils aus Dinkelvollkornmehl gemacht.
Mit besonderer Begeisterung backe ich viele, verschiedene Dinkelvollkornkekse.
 
Ich hoffe meine Vorliebe mit Euch teilen zu können
                                              Marika Frumen
 
Aufgrund der hervorragenden Eigenschaften und des bekömmlichen Geschmacks von Dinkel, hält dieses Getreide in vielen Formen Einzug in die Küche. Fast aus jedem Rezept mit Getreide kann ein Dinkel Rezept kreiert werden. Besonders beliebt ist Dinkel zum Backen von Brot und Brötchen.

Geschichte

 Dinkel war schon vor 15.000 Jahren als Kulturpflanze im südwestlichen Teil Asiens bekannt. In der Jungsteinzeit wurde Dinkel in Mittel- und Nordeuropa (vor allem im Alpenraum) angebaut, was archäologische Funde beweisen. Ab 1700 v. Chr. kam er in der heutigen Deutschschweiz vor. Im 18. Jahrhundert war Dinkel ein wichtiges Handelsgetreide. Er erscheint in den Ortsnamen Dinkelsbühl und Dinkelscherben sowie deren Wappen (jeweils drei Ähren). Daran kann abgelesen werden, wie hoch dieses Getreide geschätzt wurde. Pilgerväter (christliche Wanderer) nahmen ihn als haltbare Frucht überallhin mit, daher ist er heute weltweit verbreitet. Aus früheren Zeiten stammt die Tradition (wohl ausgelöst durch mehrere Missernten hintereinander), dass ein Teil des Dinkels schon vor der eigentlichen Reife (noch grün) geerntet wurde, um wenigstens über den Winter zu kommen. Dieses unreife Getreide war aber nicht lagerfähig, weshalb es gedarrt, das heißt getrocknet wurde. Dieses Grünkern genannte Getreide ist aber nicht backfähig. Es wird zu Suppen oder Grünkernküchle verarbeitet.
 
Dinkel
garben

 Biobereich, wohl auch, weil es von vielen Allergikern geschätzt wird. Insbesondere bei Baby- und Kindernahrung bildet Dinkel mittlerweile eine beliebte Alternative zu Weizen. Dinkel ist außerdem fester Bestandteil der modernen Hildegard-Medizin, die sich auf die mittelalterliche Mystikerin Hildegard von Bingen beruft.

 Hildegard-Medizin

Der Begriff Hildegard-Medizin wurde 1970 von dem Arzt Gottfried Hertzka eingeführt, der sich auf Schriften von Hildegard von Bingen beruft. Die Verbreitung der Hildegard-Medizin konzentriert sich auf den deutschen Sprachraum, vor allem auf Österreich und Deutschland. In einer Forsa-Umfrage vom Jahre 2003 gaben 3 Prozent der befragten Deutschen an, Hildegard-Medizin anzuwenden.
Hildegard von Bingen: Liber divinorum operum: Der Mensch und die vier Elemente - Feuer, Luft, Wasser, Erdkugel (von außen nach innen)
In der Ernährungstherapie wird primär der Dinkel als universelles Lebens- und Heilmittel eingesetzt. Die Renaissance des Dinkels, sein Erscheinen in vielen Reformhäusern und der therapeutische Einsatz bei chronischen Zivilisationserkrankungen verdankt der Dinkel nicht zuletzt der "Hildegard-Bewegung".